Hast du dir schon einmal etwas vorgenommen, was du unbedingt tun wolltest (oder musstest), aber dann hast du es doch nicht getan?

Ganz bestimmt, oder? Das kennt wohl jeder. Wir nehmen uns etwas vor, aber im Laufe des Tages verlieren wir uns in tausend anderen Dingen und das was wirklich wichtig ist, bleibt liegen.

Wenn du konzentriert an einer Sache arbeiten willst, musst du Ablenkungen vermeiden.

Denn Ablenkungen kosten Zeit, Motivation und Willenskraft.

Vor allem wenn du selbstständig oder Unternehmer bist, brauchst du ein gutes Zeitmanagement. Zu viele Ablenkungen haben in deinem Arbeitstag keinen Platz.

Warum wir uns so leicht ablenken lassen

Es liegt in der menschlichen Natur, dass wir uns viel zu leicht ablenken lassen. Das ist evolutionsbedingt. Unsere Vorfahren mussten ständig aufmerksam sein. Schon das kleinste Geräusch oder ein lautloser Schatten konnten Gefahr bedeuten.

Heute ist dieses Verhalten eher kontraproduktiv. Kein Säbelzahntiger lauert im Gebüsch. Kein Feind trachtet nach deinem Leben. Und doch lässt sich diese tief verankerte Gewohnheit nicht so einfach ausschalten.

Wie du deinen natürlichen Instinkt trotzdem überlisten, Ablenkungen vermeiden und deine Produktivität sofort steigern kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Zuallererst müssen wir eines klarstellen. Wirklich schützen kann sich vor Ablenkungen niemand. Denn …

Ablenkungen lauern immer und überall

Sie sind der natürliche Feind der Produktivität. Wer sich zu leicht ablenken lässt, kann gar nicht produktiv arbeiten.

Studien haben gezeigt, dass man nach einer Unterbrechung während einer Tätigkeit, die Konzentration erfordert, 8 bis 10 Minuten braucht, um den Faden dort wieder aufzunehmen, wo man ihn verloren hat.

Stell dir vor, du arbeitest gerade an einem neuen Projekt oder an einem wichtigen Text und wirst dauernd unterbrochen. Wie viel produktive Arbeitszeit kannst du wohl am Ende des Tages auf deinem Konto verbuchen? Nicht viel.

Natürlich gibt es auch Situationen, in denen unser instinktives Verhalten notwendig ist. Etwa im Straßenverkehr. Da müssen wir aufmerksam sein und alle Details in unserer Umgebung wahrnehmen.

Doch wenn es um produktives Arbeiten geht, sind Ablenkungen Gift. Denn sie rauben dir nur Zeit und Energie.

Sehen wir uns an, was die häufigsten Ablenkungen sind und was du sofort tun kannst, um diese Ablenkungen in Zukunft zu vermeiden:

Ablenkung #1: Die moderne Technik

Wir leben in einer extrem hektischen Zeit. Wir sind immer und überall erreichbar. 24 Stunden am Tag mit dem Internet verbunden. Können mit einem einzigen Klick unser gesamtes Leben mit anderen teilen.

So viele Vorteile die moderne Technik auch mit sich bringt … Handy, Tablet und PC sind die Killer der Produktivität!

Wie oft wolltest du nur mal kurz eine Information im Internet nachschlagen und bist dann zwei Stunden lang ziellos von einer Seite zur nächsten gesurft?

Oder wie oft bekommst du eine Nachricht von Facebook auf dein Handy, weil einer deiner Freunde gerade ein Foto von seinem Mittagessen gepostet hat?

Und wie viel Zeit vergeudest du mit endlosen Chats bei WhatsApp?

Rechne mal kurz nach, wie viel Zeit dir dadurch täglich verlorengeht? Zeit, in der du eigentlich arbeiten wolltest …

Tipp #1: Finger weg von Handy und Internet

Wenn du produktiver werden willst, dann schalte dein Handy auf lautlos, schließe dein E-Mail-Programm, klinke dich aus dem Internet aus und fokussiere dich nur auf eine einzige Aufgabe.

Ich persönlich rufe meine E-Mails nur zwei Mal pro Tag ab. Das erste Mal um 14 Uhr und das zweite Mal kurz vor Ende meines Arbeitstages. Das alleine verschafft mir mindestens zwei Stunden pro Woche.

Ablenkung #2: Das eigene Denken

Ablenkungen kommen nicht nur von außen, sondern oft aus dem eigenen Kopf.

Wir neigen dazu, ständig zu grübeln. Ängste, Probleme und Sorgen tauchen immer wieder in unserem Bewusstsein auf und stören unsere Konzentration. Genauso wie unerledigte Aufgaben, anstehende Termine und Deadlines, die in unserem Hinterkopf nagen.

Tipp #2: Durchatmen und visualisieren

Bevor du dich an den Schreibtisch setzt und zu arbeiten beginnst, atme ein paar Mal tief durch. Schließe deine Augen und stell dir vor, wie du deine bevorstehende Aufgabe motiviert, konzentriert und mit Freude erledigst.

Und dann fokussiere dich in der geplanten Zeit nur auf diese eine Aufgabe. Nichts anderes.

Wenn dir während der Arbeit andere Gedanken dazwischen funken, notiere sie dir kurz. So bekommst du sie aus dem Kopf und hast die Gewissheit, dass du trotzdem nichts Wichtiges vergisst.

Ablenkung #3: Multitasking

Es gibt wichtige Dinge, die erledigt werden sollen und dringende Dinge, die gleich erledigt werden müssen. Das Dumme ist nur, dass wir oft nicht wissen, was dabei Priorität hat. Und so neigen wir dazu, verschiedene Sachen gleichzeitig machen zu wollen.

Multitasking ist ein Mythos!

Es funktioniert nicht. Denn wenn du versuchst, zwei Dinge gleichzeitig zu machen, brauchst du für deren Erledigung rund doppelt so lange. Dazu gibt es etliche Studien.

Du sparst also keine Zeit durch Multitasking, sondern machst dir das Arbeiten damit sogar unnötig schwer. Weil es unheimlich viel Energie kostet, zwischen zwei Aufgaben hin und her zu switchen. Im Endeffekt erreichst du damit das genaue Gegenteil dessen, was du eigentlich wolltest.

Tipp #3: Single-Tasking statt Multi-Tasking

Überlege dir bereits am Vortag, was deine 3 wichtigsten Aufgaben für morgen sind. Und dann ordne diese nach Priorität und nach geplanter Dauer.

Nummer 1 auf deiner Liste hat höchste Priorität. Das erledigst du gleich morgens. Noch bevor du deine E-Mails checkst. Arbeite nur an dieser einen Sache bis du damit fertig bist. Und nach einer kurzen Pause richtest du deine Aufmerksamkeit dann auf die nächste.

Ablenkung #4: Begrenzte Energie

Keine Ablenkung im eigentlichen Sinne, aber trotzdem begünstigt ein Mangel an Energie unser Verlangen nach Ablenkung.

Wir haben einen begrenzten Energiespeicher. Morgens ist der Speicher voll. Doch im Laufe des Tages sinkt das Level. Und somit auch das Maß unserer Konzentrationsfähigkeit.

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, wer mehr Stunden arbeitet schafft auch mehr.

Das stimmt nicht. Denn je länger du arbeitest, desto weniger (geistige) Energie hast du zur Verfügung.

Du kannst dich nicht mehr voll auf deine Aufgabe konzentrieren, deine Motivation sinkt von Minute zu Minute und du wirst zwangsläufig anfälliger für Ablenkungen jeder Art. Denn dein Gehirn schreit förmlich danach.

Es bringt dir also überhaupt nichts, wenn du dich dazu zwingst, 8 Stunden verbissen zu arbeiten. Die übertriebene Anstrengung verursacht Stress. Und welche unangenehmen Folgen Stress auf Dauer hat, brauche ich dir nicht zu erklären.

Tipp #4: Fokus-Sessions

Diesen Tipp habe ich von dem amerikanischen Top-Marketer Dean Jackson. Er sagt, wenn du deine Produktivität steigern und dein Energielevel trotzdem auf einem konstant hohen Niveau halten willst, dann mache …

50 – 10 – 50 Fokus-Sessions

Damit ist gemeint, dass du 50 Minuten konzentriert arbeitest und danach 10 Minuten Pause machst. Das ist eine Fokus-Session, die genau eine Stunde dauert.

Danach machst du die zweite, dritte oder vierte Fokus-Session. Je nachdem, wie viel du dir für diesen Tag vorgenommen hast.

Mach in den kurzen Pausen etwas völlig anderes. Wenn du am PC arbeitest, dann steh auf und beweg dich. Mach ein paar Sit-Ups oder Liegestütze. Dass regt deinen Kreislauf an und du tankst neue Energie.

Oder atme bei geöffnetem Fenster ein paar Mal tief in deinen Bauch. Das versorgt dein Gehirn mit Sauerstoff.

Die Dauer der Sessions ist natürlich nicht in Stein gemeißelt. Manche arbeiten nur 25 Minuten und machen dann 5 Minuten Pause. Das ist die sogenannte „Pomodoro-Technik“.

Experimentiere ein bisschen und finde die für dich optimale Lösung.

Wichtig ist, dass du nicht zu lange arbeitest. Ich würde sagen höchstens eine Stunde. Und die Pausen dazwischen sollten auch nicht zu kurz oder zu lang sein.

Mir helfen diese Fokus-Sessions enorm. Probier es aus. Ich bin mir sicher, auch du wirst dadurch produktiver und lässt dich weniger leicht ablenken.

Ablenkung #5: Freunde, Familie und Kollegen

Wir Menschen sind ja bekanntlich Herdentiere. Und das ist auch gut so. Denn ohne soziale Kontakte wären wir ganz schön arm dran.

Aber, so gerne wir unsere Freunde, Familie und Kollegen auch um uns haben … sie neigen dazu, uns wertvolle Zeit und Energie zu rauben.

Nicht absichtlich, aber doch permanent.

Ständig platzt jemand unangemeldet ins Büro und will etwas von dir. Das Telefon klingelt ununterbrochen. Deine Kinder verlangen nach Aufmerksamkeit (wenn du zu Hause arbeitest).

Wie willst du da produktiv arbeiten?

Kaum möglich. Deshalb solltest du in deinem Umfeld ein paar Grundregeln aufstellen, an die sich jeder zu halten hat.

Tipp #5: Tür zu und niemanden reinlassen

Auch wenn das etwas hart klingt, aber es ist die einzige Chance, um ungestört arbeiten zu können.

Sag deinen Mitmenschen ganz offen und ehrlich, dass du während deiner Arbeitszeit nicht gestört werden willst. Wenn es nicht direkt um Leben oder Tod geht, kann nichts so dringend sein, dass es nicht eine Stunde warten kann. Oder zumindest bis zu deiner nächsten Pause (siehe Fokus-Session).

Fazit:

Ablenkungen lassen sich nicht vollständig vermeiden. In manchen Fällen sind sie sogar sinnvoll und notwendig.

Doch wenn du produktiver werden und mehr in deiner Zeit schaffen willst, musst du dich auf das Wesentliche konzentrieren. Und allzu viele Ablenkungen sind eine Garantie dafür, dass du deine Tagesziele nicht erreichst.

Probier die obigen 5 Tipps aus. Ich bin mir sicher, damit bekommst du das Problem mit Ablenkungen zumindest ein Stück weit in den Griff.

Wie gehst du mit Ablenkungen um? Hast du bestimmte Techniken, die dir helfen, konzentriert zu bleiben und Ablenkungen zu vermeiden?

Hinterlasse einfach einen Kommentar weiter unten. Ich würde mich freuen.


 

 

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