Jeder von uns kennt es – wir alle haben Pläne und Ziele, die wir umsetzen wollen. Doch irgendwie scheint nie der richtige Zeitpunkt zu sein, endlich damit anzufangen. Irgendetwas kommt immer dazwischen. Und die Finanzplanung könnte doch auch noch etwas besser sein.

Wenn du dich in so einer Situation wiedererkennst, leidest du vermutlich an einem „Aufschieberitis-Syndrom“. Das heißt, du nimmst dir Dinge vor, von denen du weißt, dass sie wichtig sind, aber du tust sie nicht. Wie eben die Finanzplanung.

Wenn es sich um belanglose Dinge handelt, ist das auch weiter kein Problem. Aber wenn es um finanzielle, berufliche oder geschäftliche Angelegenheiten geht, kann das unangenehme Folgen haben. Nicht nur finanziell sondern auch, weil du dadurch eine negative Gewohnheit in deinem Unterbewusstsein festigst.

„Das Aufschieben wichtiger Geschäfte ist eine der gefährlichsten Krankheiten der Seele.“
Georg Christoph Lichtenberg 1742-1799 (Physiker)

In diesem Zitat steckt sehr viel Wahrheit. Denn wer gewohnheitsmäßig immer wieder wichtige Dinge vor sich herschiebt, wird irgendwann unter der Last unerledigter Aufgaben erdrückt werden.

Was hat das jetzt mit finanzieller Planung oder mit Geld allgemein zu tun?

Sehr viel, meiner Meinung nach.

Finanzielle Lebensplanung ist eine Sache, mit der man gar nicht früh genug beginnen kann. Ist auch klar. Je früher du zu sparen anfängst, etwa für die Altersvorsorge, desto mehr Geld wirst du später zur Verfügung haben.

In Gesprächen mit Selbstständigen und Unternehmer höre ich oft, dass man sich natürlich schon darüber Gedanken gemacht hat. Auch ein Plan, wie die finanziellen Ziele erreicht werden können, existiert schon … zumindest im Kopf.

Aber wenn ich dann nachfrage, welche konkreten Maßnahmen schon umgesetzt wurden, blicke ich oft in verlegene Gesichter.

Ich frage mich: Warum ist das so? Warum kommen die Menschen bei der Finanzplanung so schwer in die Gänge? Was hindert sie daran, einfach anzufangen und dranzubleiben?

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass es hauptsächlich drei Gründe sind, warum Menschen ihre Finanzplanung nicht in den Griff bekommen oder gar nicht erst damit anfangen:

1. Finanzplanung ist kompliziert und zu schwierig

Die meisten Menschen sind keine Finanzexperten. Und der Irrglaube, einen ordentlichen Finanzplan zu erstellen sei kompliziert, ist weit verbreitet. Da wir Menschen aber dazu neigen, schwierige Aufgaben zu vermeiden, fangen viele erst gar nicht an.

Irgendwie wird es schon gehen … ist dann meistens die Devise.

Ja, irgendwie geht es immer. Das ist schon richtig. Aber ehrgeizige finanzielle Ziele lassen sich so natürlich nicht erreichen.

Ich kann dir eines versichern: Finanzplanung ist weder schwierig noch kompliziert. Ein gewisses Grundverständnis für Finanzen, etwas Disziplin und eine gesunde Einstellung gegenüber Geld genügen.

2. Sich mit den eigenen Finanzen beschäftigen ist unbequem

Ja und Nein. Wenn du überhaupt keinen Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben hast, kann ein genauer Blick schon wehtun. Denn dann siehst du die Konsequenzen deines bisherigen Handelns. Oder Nicht-Handelns.

Für Selbstständige ist eine ordentliche Buchhaltung ohnehin Pflicht. Deshalb sollte das für dich kein großes Problem sein. Bei der Finanzplanung sieht es hingegen schon etwas anders aus. Da haben viele keinen wirklichen Überblick.

Früher oder später wirst du dich mit deinen Finanzen beschäftigen müssen. Egal ob du Privatperson oder Unternehmer bist. Etwa wenn größere Anschaffungen anstehen. Oder wenn einem die Schulden über den Kopf wachsen. Oder wenn man mit 55 Jahren plötzlich merkt: „Verdammt, ich habe keinen einzigen Euro für meine Altersvorsorge zur Seite gelegt!“

Besser jetzt in den sauren Apfel beißen und etwas Zeit und Energie in eine vernünftige Finanzplanung investieren, als in ständigem finanziellen Risiko zu leben und später mit leeren Händen dazustehen.

Finanzplanung kann Spaß machen. Wenn man seine Finanzen im Griff hat und sieht, wie aus dem ersten zarten Kapitalpflänzchen im Laufe der Zeit ein prächtiger Geldbaum erwächst.

3. Perfektionismus und der richtige Zeitpunkt

Es gibt aber auch das andere Extrem: Menschen, die bei ihrer finanziellen Planung alles perfekt machen wollen. Da wird jede Möglichkeit bis ins kleinste Detail analysiert. Optionen werden gegeneinander abgewogen und Zahlen so lange hin und her jongliert, bis der ultimative Masterplan Gestalt annimmt.

Glaub mir, bei der Finanzplanung gibt es keinen perfekten Masterplan, der für alle Zeiten gültig ist. Der Finanzmarkt verändert sich zu schnell, als dass man wirklich alle Eventualitäten einplanen könnte. Genauso wie sich die Menschen, Umstände und Bedürfnisse ändern.

Perfektionisten neigen dazu, alles in Grund und Boden zu planen, aber niemals wirklich damit anzufangen. Denn irgendwo findet sich immer eine vermeintlich bessere Gelegenheit.

Andere warten auf den perfekten Zeitpunkt. Sie denken sich: „Wenn ich später mal genug Geld habe, kann ich immer noch sparen und vorsorgen“.

Die Frage ist: Woher soll denn das Geld später kommen, wenn nichts zur Seite gelegt und sinnvoll investiert wird?

Gerade wenn du kein Geld habst, ist eine anständige Finanzplanung wichtiger als alles andere!

Fang also besser jetzt gleich mit einem unperfekten Plan an, als gar nicht. Anpassen und optimieren kannst du ihn später immer noch.

Was du bei deiner finanziellen Planung sonst noch beachten solltest, erfährst du in meinem Artikel: Finanzielle Planung – 7 Punkte für eine erfolgreiche Zukunft.

Fazit und Empfehlung

Ich halte Aufschieberitis tatsächlich für eine gefährliche Krankheit. Nicht nur bei der Finanzplanung, sondern bei allem was man tut. Oder eben nicht tut.

Je länger man wichtige Dinge vor sich herschiebt, desto stärker wächst die Frustration.
Unzufriedenheit, Stress und Druck sind die Folgen. Und dann bekommt man erst recht nichts auf die Reihe.

Deshalb meine Empfehlung: Fang als erstes an, ein Haushaltsbuch zu führen. Schreib alle Einnahmen und Ausgaben des laufenden Monats auf. Privat und geschäftlich getrennt.

So verschaffst du dir einen klaren Überblick und du weißt, wohin dein Geld wandert.

Als nächstes schreib dir auf, was du eigentlich erreichen willst. Wo willst du finanziell in den nächsten 5, 10, 20 oder 30 Jahren stehen?

Willst du ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung? Strebst du finanzielle Freiheit an? Träumst du von Wohlstand und Luxus? Oder von einem erfolgreichen Unternehmen, mit dem du deine Vision verwirklichen kannst?

Egal was es ist – ein Plan, dem man Schritt-für-Schritt folgen kann, ist die wichtigste Grundlage, um ein Ziel erreichen zu können.

Willst du deine finanzielle Lebensplanung auf einem stabilen Fundament aufbauen?

Dann fang heute damit an, dir alle Einnahmen und Ausgaben akribisch aufzuschreiben. Das ist der erste und wichtigste Schritt.


 

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